Reisebericht Sansibar – Hideaway of Nungwi Resort & Spa

Gleichmäßig und ruhig laufen die beiden Turboprop Motoren der ATR-72 der Precision Air. In der gut besuchten Kabine läuft das Service, die beiden Flight Attendants an Bord sind ausgesprochen charmant und professionell. Es ist der letzte Flug der Anreise nach Sansibar. Davor gab es einen Stop in Doha und einen recht chaotischen Transfer in Nairobi, der aber dennoch recht unkompliziert geklappt hat, Afrika eben.

Seit gut einer Stunde sind wir schon in der Luft, und dann taucht auf der rechten Seite der schneebedeckt Kilimanjaro aus den Wolken auf, der erste Gruß von Tansania. Vielflieger wissen – ab jetzt dauert es noch rund eine Stunde bis zur Landung in Sansibar. Unter uns ziehen die endlosen Savannen der Serengeti dahin, bis sich endlich am Horizont das Meer zeigt. Pünktlich ist die Landung, und die 70 Passagiere an Bord drängen zur Ankunftshalle.

Und hier beginnen die Einreiseformalitäten: Österreichische Staatsbürger, wie auch fast alle EU-Staatsbürger können das Visum direkt am Flughafen beantragen. Das wichtigste Utensil dazu ist ein 50 Dollar Schein, alternativ gehen auch 50 Euro. An Stehpulten werden noch Formulare ausgefüllt, und dann geht es zur Passkontrolle. Auf dem Weg dahin stehen mehrere Damen der Sanität und überprüfen die Impfpässe. Sansibar verlangt bei der Einreise aus afrikanischen Ländern nämlich den Nachweis einer Gelbfieberimpfung. Kommt man allerdings aus Europa und hat man auf dem Weg nicht mehr als 12 Stunden auf den Zwischenlandeflughäfen verbracht, und dort auch nicht den Transitbereich verlassen, kann man dennoch ohne Gelbfieberimpfung einreisen. Also – Flugticket hergezeigt, Aufenthalt in Nairobi mit drei Stunden nachgewiesen – und alles ist gut. Mehr Informationen zur Einreise und Gesundheitsvorschriften nach Sansibar.

Nach gut 20 Minuten sind alle Formalitäten erledigt, die 50 USD haben ein neues Zuhause und ich dafür einen ganz frischen Einreisestempel im Pass. Hier hat sich das erste Mal gezeigt, dass die Verständigung mit Englisch sehr gut klappt, Deutschkenntnisse sind allerdings, zumindest am Flughafen nicht vorhanden. Und weiter geht’s in die Ankunftshalle zur Gepäckausgabe. Die Freude ist groß, unser in Wien aufgegebenes Gepäck hat die Reise auch gut gemeistert und wartet bereits auf uns.

Vor dem Terminal beginnt die Suche nach dem Fahrer für den Transfer. Da ich keine Lust hatte, mich nach der langen Reise auf die Suche nach einer Transportgelegenheit inklusive mühsamer Preisverhandlungen für die Fahrt ins Hotel zu machen, habe ich den Transfer gleich mit dem Hotel gebucht. Das hat sich als richtige Einschätzung herausgestellt. Nach einigen Telefonaten hat sich auch der Fahrer mitsamt einem Minibus gefunden, und auf geht die letzte Etappe der Anreise. Die Entfernung vom Flughafen nach Nungwi beträgt nur etwas mehr als 60 Kilometer, die Fahrt selbst hat aber über eine Stunde gedauert. Über wirklich einfache Straßen, vorbei an der Hautstadt Stone Town geht es gemächlich Richtung Norden, dabei wechseln Dörfer, landwirtschaftlich genutzte Gebiete und Wälder. Der erste Eindruck erinnert an eine interessante Mischung aus Afrika, den Oman und es findet sich auch eine Ahnung von Indien.

Dann, endlich ist das Hideaway of Nungwi Resort & Spa erreicht. Der Empfang an der Rezeption ist höflich und herzlich zugleich, das Check-in läuft professionell und zügig. Das Gepäck ist schon auf dem Weg ins Zimmer als wir uns nach dem obligaten Erfrischungsgetränk und gesäubert mit heißen, gut riechenden Tüchern auf den Weg machen. Vom Eingang und der gleich dahinterliegenden Rezeption öffnet sich ein atemberaubend schöner Ausblick auf die Anlage und das türkisblaue Meer. Auffällig ist, wie großzügig und weitläufig die gesamte Anlage geplant wurde, und wie sorgsam das viele Grün gestaltet wurde.

Gebucht ist eine Superior Junior Suite. Diese liegt mit einem wundervollen Blick auf den Indischen Ozean, etwas abseits von den anderen Gebäuden und sehr nahe zum Privatstrand, der Gästen dieser Junior Suiten und den Suiten selbst vorbehalten ist. Die Superior Junior Suite selbst ist geräumig, sehr geschmackvoll möbliert, das Himmelbett hat ein stilsicheres Moskitonetz, und die Sauberkeit ist vorbildlich.

Im Hideaway of Nungwi Resort & Spa stehen zwei Verpflegungsoptionen zur Auswahl: Halbpension oder „All Inclusive“ – wofür ich mich entschieden habe. Dazu ist das Tragen eines Armbandes notwendig, das sich als Bracelet mit verschiedenfarbigen Glasperlen herausgestellt hat, das für das geübte Auge des Hotelpersonals wohl den richtigen Code für die inkludierten Services trägt.

Die Anreise ist gut gelungen, das Zimmer ist großartig, und jetzt beginnt die Entspannung und Erholung. Und ich glaube mit einem Gin-Tonic ist das wohl am Besten zu bewerkstelligen, also nichts wie auf zur Bar. Das Hotel verfügt über mehrere Bars, davon eine beim Swimmingpool und noch eine direkt am Strand. Beide haben einen herrlichen Blick aufs Meer, mich zieht aber der feine, weiche und blendend weiße Sandstrand magisch an.

Sunset in Paradise wäre wohl die beste Beschreibung für die nächste Stunde. Danach meldet sich der Magen, und ab ins Restaurant. Das liegt direkt oberhalb des Meeres, und bietet ebenfalls einen traumhaften Blick auf den Indischen Ozean, der sich in allen Türkis- und Blauschattierungen von seiner schönsten Seite zeigt. Das Essen wird teilweise serviert, teilweise kann man sich an den Buffets bedienen, die Damen und Herren des Service sind herzlich und sehr freundlich und aufmerksam. Dass vor der Küste Afrikas allerdings Geschwindigkeitsrekorde gebrochen werden, darf man sich nicht erwarten.

Das Hotel verfügt über drei Restaurants, dem Hauptrestaurant und den beiden Spezialitätenrestaurants, für die eine Reservierung notwendig ist, und je nach Zimmerkategorie auch ein Aufpreis anfällt. Mein Favorit ist das Hauptrestaurant, die Auswahl ist vorzüglich, durch die offene Bauweise und die Lage direkt zum Meer lassen sich hier wundervolle und stimmungsvolle Sonnenuntergänge erleben. Im afrikanischen Spezialitätenrestaurant habe ich Krokodil ausprobiert, geschmacklich hat es an Huhn erinnert. Das Restaurant selbst ist sehr geschmackvoll gestaltet, allerdings war die Klimaanlage für meine Verhältnisse etwas zu kühl eingestellt.

Der nächste Morgen dämmert, und nach einem reichhaltigen und köstlichen Frühstück erkunde ich das Hotel. Der erste Eindruck hat nicht getäuscht, die Anlage ist geradezu verschwenderisch weitläufig und sehr gepflegt. Liegen am Pool und am Strand stehen in ausreichender Zahl zur Verfügung, und sie verfügen über luxuriöse Auflagen. Sie sehen nicht nur sehr bequem aus, sie sind es auch! Liegen im Morgengrauen zu reservieren scheint sich noch nicht bis nach Sansibar herumgesprochen zu haben, auch wenn man erst gegen Mittag an den Pool oder ans Meer kommt, sind immer genügend freie Liegen zur Verfügung.

Das Spa mit Fitness Center macht einen sehr guten Eindruck, es präsentiert sich als Oase der Ruhe und Entspannung. Im Spa Menue finden sich Anwendungen für jedes Bedürfnis, preislich liegt es aber fast auf österreichischem Niveau.

Aber jetzt zum Strand: Ich habe schon viele Strände gesehen, aber der Strand von Nungwi gehört einfach zu den schönsten Stränden weltweit. Das Hideaway of Nungwi Resort & Spa liegt auf einer Klippe direkt oberhalb dieses Strandes. Puderfeiner, weicher und weißer Sand schmeichelt den Füßen. Der Sand ist so hell, dass er auch in der Mittagshitze nicht heiß wird, und man darauf bedenkenlos barfuß gehen kann. Allerdings sollte man eine Sonnenbrille aufsetzten, damit man nicht geblendet wird. Das Meer ist glasklar, die Wassertemperaturen sind tropisch, und der Strand fällt flach ins tiefere Wasser ab, zum Baden ist das absolut ideal. Hier sind die Unterschiede zwischen Flut und Ebbe auch nicht so ausgeprägt, Baden ist immer möglich.

Sansibar hat übrigens auch bei Tauchern einen hervorragenden Ruf. Die Sichtweiten sind sehr gut, die Meeresbiologie noch weitgehend intakt, und Wracks im flachen Wasser vor der Küste sind begehrte Tauchziele. So hat auch das Hotel eine eigene PADI-Tauchbasis.

Ich mache mich allerdings auf den Weg, die wahrscheinlich beste Tauchbasis auf Sansibar zu besuchen. Am Strand entlang wandere ich etwa 30 Minuten bis ins Ortszentrum von Nungwi, denn dort findet sich Diving Poseidon (mehr Informationen dazu). Die Österreicher Bernhard und Ilse Kotlan betreiben hier mit viel Passion eine sehr professionelle Tauchbasis und Tauchschule, und freuen sich immer auf Besuch aus der Heimat. Wer näher zu ihrer Tauchbasis wohnen möchte, dem kann ich auch das Hotel Royal Zanzibar Beach Resort (mehr Informationen dazu) empfehlen.

Bei einem Urlaub auf Sansibar sollte man auch unbedingt die Inselhauptstadt Stone Town besuchen, immerhin gehört sie zum UNSECO Weltkulturerbe. Hier zeigt sich das wechselvolle Schicksal der Insel besonders gut, denn alle Herrscher haben ihre Spuren hinterlassen, und das waren die Portugiesen, die Araber und hier vor allem die Omanis und auch die Engländer.

Für einen Ausflug sollte man den Morgen einplanen, denn da kann man das geschäftige Treiben auf den Märkten besonders gut erleben. Ein Spaziergang durch die engen Gassen lässt den Besucher in die Welt des Orients eintauchen. Die prachtvoll geschnitzten Portale der sonst nach Außen hin schmucklosen Häuser sind bemerkenswert, und geben Aufschluss über den sozialen Rang und den Reichtum der Bewohner.

Urlaub in Sansibar: Das Hideaway of Nungwi Resort & Spa und alle Hotels auf Sansibar

Mein Fazit zu Sansibar:

Unbedingt besuchenswert! Die Flugverbindungen werden auch immer besser, die Preise, insbesondere bei Pauschalarrangements, sind für die gebotene Leistung als sehr günstig zu bezeichnen. Wer ein exotisches Reiseziel sucht, bei dem sich Badeferien mit Wassersport und Kultur verbinden lassen, ist mit einem Urlaub auf Sansibar wirklich gut bedient.

Meine Erfahrungen und Bewertung des Hideaway of Nungwi Resort & Spa:

Ein sehr schön angelegtes Hotel an einer der schönsten Locations von Sansibar. Die Großzügigkeit der Anlage und die geschmackvolle Ausstattung verwöhnen das Auge. Die Sauberkeit ist ausgezeichnet, das Personal ist sehr freundlich und hilfsbereit. Man muss auch berücksichtigen, dass es in Sansibar keine Hotelfachschulen gibt, und jedes Hotel das Personal selbst ausbildet. Hier habe ich große Bemühungen gesehen, europäische Standards einzuführen, was aber wohl noch etwas dauern wird.

Ist dieses Hotel für Familien geeignet: Ja, und zwar sehr gut. Von Kinderhochsitzen in den Restaurants bis zum flach abfallenden Sandstrand bietet die Anlage Urlaubsgenuss für alle Altersgruppen.

Ist das Hotel für hohe Ansprüche geeignet: Auch hier ein Ja, es gehört sicherlich zu den schönsten Resorts auf der Insel. Es bietet eine angenehme Mischung auch relaxter Strandatmosphäre, sehr guten Komfort und, zumindest für afrikanische Verhältnisse, sehr gutem Service. Auch das kulinarische Angebot und das sehr ansprechende Spa machen dieses Hotel für verwöhnte Gäste zu einem idealen Aufenthaltsort.